Logistik

Logistik 4.0: Mit Process Mining vom Datensilo zum Informationsfluss.

April 2023
Markus Remhof

Markus Remhof

CTO

In drei von vier Unternehmen behindern Datensilos die interne Zusammenarbeit.

So die Ende 2022 durchgeführte „Industrie-Studie 2023, Erfolgsfaktor Daten“. Effektives Supply-Chain-Management ohne reibungslosen Informationsfluss zwischen Abteilungen funktioniert schlecht. Mit Process Mining kann Ihr Unternehmen agil, reaktionsschnell und rentabel agieren, indem es sich an eine komplexe und fragmentierte Welt anpasst.

 


Wachsende Komplexität und Fragmentierung: Herausforderungen moderner Prozesse

Prozesse werden immer komplexer und fragmentierter, was eine reibungslose Informationsweitergabe zwischen verschiedenen Abteilungen entscheidend für die Effektivität der Lieferkettenprozesse macht. Unternehmen stehen vor immer größeren Herausforderungen, um Prozessabweichungen und Ineffizienzen zu erkennen und zu beheben. 

Am Beispiel eines vermeintlich einfacher Order to Cash Prozess (O2C) lässt sich das anschaulich zeigen: 

  1. Der Vertrieb nutzt ein CRM-System, um Kundenkommunikation zu verwalten und den Vertriebsprozess zu steuern. Sobald der Vertrieb ein Angebot erstellt hat, übermittelt er es an die Einkaufsabteilung, um die benötigten Materialien zu bestellen.
  2. Die Einkaufsabteilung nutzt ein ERP-System, um Bestellungen und Materialverfügbarkeit zu verwalten. Nach Bestellung der Materialien wird eine Auftragsbestätigung ausgestellt.
  3. Sobald die Materialien im Lager eintreffen, übernimmt die Lager- und Logistikabteilung die Verwaltung der Waren. Sie nutzen ein WMS-System, um die Ein- und Ausgänge der Waren zu verfolgen. Der Warenversand wird mittels des Systems koordiniert und verfolgt, um sicherzustellen, dass die richtigen Waren zum richtigen Zeitpunkt an den Kunden geliefert werden.
  4. Wenn der Kunde die Waren erhalten hat und die Zahlung eingegangen ist, endet der Order-to-Cash-Prozess. Die Kreditorenbuchhaltung und das ERP-System werden genutzt, um sicherzustellen, dass alle Rechnungen und Zahlungen korrekt verbucht werden.

 

Ein vermeintlich einfacher Prozess, an dem mindestens 4 Abteilungen, 5 IT-Systeme und diverse Mitarbeiter beteiligt sind, wird auf einmal sehr komplex, führt zu Informationssilos in der Lieferkette. Die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen wird beeinträchtigt, wenn verschiedene Abteilungen innerhalb der Lieferkette isoliert arbeiten und keine effektive Zusammenarbeit besteht. Wichtige Informationen können verloren gehen oder verzögert werden, was zu einer ineffizienten und kostspieligen Lieferkette führen kann.

 


Ein vermeintlich einfaches Beispiel zeigt die Herausforderungen.

Beispielsweise kann es vorkommen, dass der Vertrieb den Kunden nicht über Verspätungen informieren kann, da er nicht über die neuesten Informationen der Logistik oder des Einkaufs verfügt. Gleichzeitig kann die Einkaufsabteilung Schwierigkeiten haben, die Materialien rechtzeitig zu bestellen, da sie nicht über die genauen Bedarfsprognosen der Vertriebsabteilung oder der Produktion informiert ist. Die Isolation von Informationen in verschiedenen Abteilungen behindert den reibungslosen Informationsfluss entlang der gesamten Lieferkette und kann zu Verzögerungen, Verlusten und schlechter Kundenzufriedenheit führen. Um dies zu vermeiden, sollten Unternehmen auf eine bessere Integration ihrer Systeme und Prozesse achten, um sicherzustellen, dass alle relevanten Abteilungen Zugang zu den neuesten Informationen haben und effektiv zusammenarbeiten.

Process Mining bietet die Möglichkeit, diese Komplexität zu bewältigen, indem ein digitaler Zwilling der tatsächlich ablaufenden Lieferkette erstellt wird.

 


Wie kann Process Mining Informationssilos verhindern?

Process Mining kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Unternehmen zu helfen, Informationssilos zu verhindern und ihre Geschäftsprozesse kontinuierlich zu optimieren. Process Mining agiert als Röntgengerät für Unternehmen und nutzt die digitalen Spuren von IT-Systemen wie ERP, CRM oder WMS, um ein klares Bild der tatsächlich ablaufenden Prozesse zu erzeugen.

Diese Transparenz ermöglicht es, Engpässe und Schwachstellen zu identifizieren, die den Informationsfluss behindern und zu Verzögerungen führen können. Process Mining erschafft einen digitalen Zwilling der tatsächlich ablaufenden Lieferkette, wodurch jederzeit nachvollzogen werden kann, wie die Prozesse innerhalb des Unternehmens funktionieren. Dadurch gewinnen Unternehmen einen vollständigen Überblick über ihre Lieferkette und können besser verstehen, wo es hakt.

Die datengetriebene Transparenz, die durch Process Mining erreicht wird, ermöglicht es Unternehmen, gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Kundenzufriedenheit zu verbessern und die Effizienz zu steigern. Die Kombination aus intelligenter Logistik und der innovativen Technologie des Process Mining kann die Lieferkette 4.0 ermöglichen.

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